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Abstimmungen vom 13. Juni – Stimmempfehlungen VASOS

Ausgabe: 05-2021 Datum: 27.05.2021

Thema: Generationendialog, Gesundheit

Ja zum CO2-Gesetz, zur Trinkwasserinitiative und zur Initiative 'Schweiz ohne synthetische Pestizide'

JA zum CO2-Gesetz: denn die Folgen des Klimawandels betreffen uns alle!   

Der Klimawandel ist die grösste Herausforderung der Gegenwart. Höchste Zeit zu handeln. Denn die Folgen betreffen Alle. Die Zunahme der Hitzewellen z.B. gefährdet die Gesundheit und das Leben vor allem von uns Älteren. Mit dem CO2-Gesetz haben wir es in der Hand, einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Erderwärmung zu leisten.

Das CO2-Gesetz ist ein wichtiger Schritt hin zur Halbierung des CO2-Ausstosses in der Schweiz bis 2030. Das Ziel, die Erwärmung auf möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, wird festgeschrieben. Erst damit muss die Schweiz handeln, um das Pariser Klimaziel umzusetzen.

Zu bedenken gilt, dass wir in den letzten 10 Jahren 80 Milliarden für Öl und Gas an die Ölkonzerne im Ausland bezahlt haben. VASOS meint, dieses Geld sollte besser in der Schweiz eingesetzt werden, in Arbeitsplätze mit Zukunft. Mit dem CO2-Gesetz investieren wir in Infrastrukturen und in den Service public, unterstützen die Anschaffung von Elektrobussen im ÖV oder die Bauqualität der Häuser und sichern so nachhaltig die Beschäftigung in der Schweiz. Darum wird dieses Gesetz so breit auch von der Wirtschaft mitgetragen.

Es braucht auch unser JA. Denn es braucht die Stimme aller Generationen, um den Wegweiser definitiv in Richtung lebenswerte Zukunft für unsere Kinder und Kindeskinder zu stellen.

 

Ja zur Trinkwasser-Initiative: ohne Trinkwasser können wir nicht leben, ohne Pestizide schon

Die intensive Landwirtschaft setzt riesige Mengen an Pestiziden und Antibiotika ein. Dies vergiftet unser Trinkwasser und unsere Nahrung, bedroht die Biodiversität und gefährdet so unsere Gesundheit. Noch schlimmer: Diese Wasserverschmutzung wird mit Milliarden an Steuergeldern subventioniert. 82 % unserer Agrarsubventionen fliessen in die besonders umweltschädliche Tierproduktion, viermal mehr als in den Pflanzenbau mit 18%.

Die Initiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» verlangt, dass nur noch diejenigen Landwirtschaftsbetriebe mit Direktzahlungen unterstützt werden, die keine Pestizide einsetzen, ohne prophylaktischen Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung auskommen und deren Tierbestand mit dem auf dem Betrieb produzierten Futter ernährt werden kann. Damit soll die Qualität unseres Trinkwassers sichergestellt werden.

Das bundesrätliche NEIN zur Trinkwasser- wie zur Pestizidinitiative vermag die VASOS nicht überzeugen: Die Initiative nehme Anliegen auf, die der Bund bereits mit agrarpolitischen Massnahmen wie z.B. mit dem Aktionsplan Pflanzenschutzmittel und der Strategie Antibiotikaresistenz anstrebe. Die Initiative schade der Landwirtschaft. Die Produktion würde abnehmen, Betriebe aus dem System der Direktzahlungen aussteigen, die Umweltbelastung zunehmen.

 

Ja zur Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide!

Der Verzicht auf synthetische Pestizide ist ökologisch sinnvoll, technisch und wirtschaftlich umsetzbar und erst noch gut für unsere Gesundheit. Darum empfiehlt die VASOS der Initiative am 13. Juni anzunehmen mit einem klaren Ja.

Ziele der Initiative
Die «Pestizid-Initiative» verlangt, dass der Einsatz von synthetischen Pestiziden in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege verboten wird. Ebenso dürfen keine Lebensmittel eingeführt werden, die synthetische Pestizide enthalten oder mithilfe solcher hergestellt worden sind.

Die Biodiversität bewahren
Der Einsatz von synthetischen Pestiziden belastet die Biodiversität. Synthetische Pestizide wirken selten selektiv gegen einen Schädling. Sie beeinflussen grundlegende Prozesse des Stoffwechsels, die zahlreichen Arten gemeinsam sind (Nervensystem, Photosynthese, Wachstum, Fortpflanzung usw.). So sind auch andere lebende Organismen davon betroffen, sobald sie direkt oder indirekt mit synthetischen Pestiziden in Kontakt kommen.

Schutz von Umwelt und Gesundheit
Jedes Jahr vergiften 2’000 Tonnen Pestizide unser Grund- und Trinkwasser. Pestizide schaden der Gesundheit, den Insekten und zerstören die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig.

Richtungswechsel in der Land- und Ernährungswirtschaft!
für eine bäuerliche Landwirtschaft und ein soziales, klimagerechtes Ernährungssystem für gesundes und pestizidfreies Essen. Es braucht die Pestizid- Initiative und die «Trinkwasser-Initiative», um die Blockade in der Agrarpolitik zu überwinden.

Inge Schädler & Bea Heim

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