Altersdiskriminierung: Ageismus – eine gefährliche Form der Diskriminierung
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Ageismus, also die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Alters, ist ein weit verbreitetes Phänomen – auch in der Schweiz. Gemäss einer europaweiten Studie haben 28% der befragten Personen in der Schweiz von ageistischer Diskriminierung berichtet, gegenüber 22% bei Sexismus und 12% bei Rassismus.
Im Gesundheitsbereich fühlen sich laut einer Untersuchung 30% der Menschen ab 70 Jahren ungerecht behandelt, weil sie als “alt” wahrgenommen werden, wie Christian Maggiori, Professor an der Hochschule für Soziale Arbeit in Freiburg, in einem Interview mit der Zeitung La Liberté erklärt.
Maggiori sieht mehrere Gründe für die Zunahme von Diskriminierungen gegenüber älteren Menschen. Im Gegensatz zu Rassismus und Sexismus sei Ageismus noch relativ toleriert: „Es gibt keine Gesetze dagegen“, sagt er. Ausserdem werden ältere Menschen oft für die steigenden Gesundheitskosten verantwortlich gemacht. Und jüngere Generationen empfinden sie „als Bedrohung für ihre eigenen Renten“. Im November wurde Maggiori von der Leenaards-Stiftung mit 50’000 Franken ausgezeichnet, die er dafür einsetzen wird, ein Sensibilisierungsprogramm für Kinder zum Thema Ageismus zu entwickeln.
Es sei wichtig, mit Kindern zu arbeiten, so Maggiori, da Stereotype schon ab dem Alter von 4–5 Jahren entstehen. „Wenn die Kinder später selbst alt sind, wenden sie diese Stereotype auf sich selbst an, was sich negativ auf ihr Wohlbefinden auswirkt“. Viele ältere Menschen verzichten zum Beispiel auf medizinische Versorgung, weil sie meinen, Krankheiten seien im Alter normal.
Die Lage in der Schweiz und international
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Ageismus weltweit die am weitesten verbreitete und am wenigsten erkannte Form der Diskriminierung. Sie wirkt sich negativ auf die körperliche und psychische Gesundheit aus, beeinflusst wirtschaftliche Chancen, den Zugang zur Gesundheitsversorgung und sogar die Lebenserwartung. Die WHO beziffert die jährlichen Kosten altersbedingter Diskriminierung im Gesundheitswesen auf mehrere Milliarden Dollar, allein aufgrund überflüssiger oder fehlender medizinischer Behandlungen.
In der Schweiz wurden in den letzten Jahren vermehrt Debatten über Ageismus geführt, etwa im Zusammenhang mit dem Zugang zu Arbeit über 55, mit der Behandlung im Gesundheitswesen oder mit der Darstellung älterer Menschen in den Medien – oft als „Kostenfaktor“ oder „Belastung“. Trotz dieser Entwicklungen gibt es bis heute kein spezifisches Anti-Ageismus-Gesetz, weder auf Bundesebene noch in den Kantonen – ein Unterschied etwa zu Ländern wie Kanada oder Australien.
Daniel Burckhardt, Vorstand VASOS, Vizepräsident ATTE
Die VASOS hat darum die Petition «Rechtlicher Schutz vor Altersdiskriminierung» lanciert:
Wir fordern:
1. Einen nationalen Aktionsplan gegen Altersdiskriminierung
2. Spezifische gesetzliche Grundlagen zum Schutz älterer Menschen
3. Eine zentrale Fachstelle Altersdiskriminierung auf Bundesebene
Die Petition richtet sich an den Bundesrat und das Parlament.
Über den folgenden Link kann der vollständige Text eingesehen und die Petition direkt unterzeichnet werden: Petition
Oder direkt zur Online-Unterzeichnung: WeCollect
Auch mit unserem QR-Code lässt sich die Petition direkt digital unterzeichnen…

Vielen Dank für Ihre Unterschrift: IHRE VASOS FARES.