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Armut ist kein Verbrechen

Ausgabe: 06-2021 Datum: 30.06.2021

Thema: Sozialpolitik

Wie ist es möglich, dass in der reichen Schweiz ein Problem mit der Armut besteht, und dieses leider von Jahr zu Jahr grösser wird?

Aus Sicht der VASOS ist es dringend, dieses Thema anzugehen und unsere ParlamentarierInnen aufzufordern, aktiv zu werden. Wir unterstützen deshalb den Vorstoss von Nationalrätin Samira Marti:

Sehr geehrte Mitglieder des Nationalrats

Armut kann uns alle treffen. Sei es wegen einem Arbeitsplatzverlust, einem Unfall, einer Wirtschaftskrise, Krankheit, Scheidung oder einer anderen persönlichen Notlage. Gerade die Coronakrise hat das eindrücklich gezeigt. Unser Sozialsystem ist deshalb dazu da, uns allen in solchen Situationen ein menschenwürdiges Leben zu garantieren.

Doch dies gilt nicht für alle. Über 2 Millionen Menschen ohne Schweizer Pass wohnen und arbeiten in der Schweiz und zahlen hier Steuern, viele von ihnen sind hier geboren oder als Kind in die Schweiz gekommen. Der Bezug von Sozialhilfeleistungen kann für sie weitreichende Folgen haben: Sie können selbst nach jahrzehntelangem Aufenthalt in der Schweiz weggewiesen werden. Seit dem 1. Januar 2019 gilt dies sogar für Niedergelassene, die seit mehr als 15 Jahren in der Schweiz leben.

Familien werden so auseinandergerissen, Armutsbetroffene und kranke Menschen werden nach vielen Jahren aus der Schweiz weggewiesen, auch wenn diese längst zu ihrer Heimat geworden ist. Diese Drohung drängt die Menschen immer mehr dazu, auf die notwendige Unterstützung gänzlich zu verzichten. Gerade die Coronakrise hat diese Problematik nochmals verschärft. Die langen Warteschlangen vor den Essensausgaben zeigen, dass für viele Menschen die staatlichen Sozialwerke heute keine echte Hilfe mehr sind.

Es braucht dringend gesetzliche Anpassungen und Sie werden bald die Gelegenheit dazu haben, diese anzugehen: Stimmen Sie der parlamentarischen Initiative 20.451 “Armut ist kein Verbrechen” zu und helfen Sie mit, diese Ungerechtigkeit zu korrigieren.

Unterschreiben Sie den Brief ans Parlament hier

Inge Schädler, Vorstand VASOS FARES

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