Auch ältere Menschen wären betroffen…
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...Nein zur Volksinitiative zur 10-Millionen-Schweiz!
Die Volksinitiative zur 10-Millionen-Schweiz der SVP, über die wir am 14. Juni abstimmen, wirft hohe Wellen. Sie weckt starke Ängste, und der Abstimmungskampf wird durch viele Behauptungen und Verdrehungen geprägt. Zeit, um sich ein paar Gedanken dazu zu machen, wie und warum vor allem auch wir älteren Menschen davon betroffen wären, nicht nur indirekt, wie alle Menschen im Land, zum Beispiel durch einen Verlust an Wohlstand, sondern ganz direkt.
Tiefere Renten
Ein Berechnungsmodell des Gewerkschaftsbundes bringt es an den Tag: Die SVP-Initiative führt bei jüngeren Arbeitenden zu einem durchschnittlichen Rentenverlust von bis zu 2200 Franken pro Jahr. Aber auch Menschen, die schon Rente bekommen, erhalten weniger Geld. Der Grund: Die Rente verliert durch Teuerung an Wert, und sie wird auch nicht höher.
Denn, wenn die Initiative angenommen wird, dürfen weniger Menschen in die Schweiz einwandern. Diese Menschen zahlen aber Geld in das Rentensystem ein. Ausländische Arbeitnehmende sind wichtig für das Rentensystem. Sie zahlen viel mehr ein, als sie später bekommen. Das ist gut belegt: Ausländische Arbeitende zahlen 34 Prozent aller Beiträge zur AHV (Altersvorsorge), sie erhalten aber nur 18 Prozent der Rentenzahlungen!
Warum ist das so? Viele ausländische Arbeitnehmer verdienen gut, manche gehen nach der Rente in ihre Heimat zurück, wo sie zwar eine AHV-Rente bekommen, aber keine Zusatzleistungen erhalten, und viele bekommen keine volle Rente, weil sie nicht von Anfang an eingezahlt haben.
Wenn weniger Menschen einwandern, hat die AHV grössere Probleme. Dazu kommt: Die Löhne steigen dann weniger stark. Und weniger arbeitende Menschen mit niedrigeren Löhnen bedeuten: Weniger Geld fliesst in die Altersvorsorge, aber die Rentenausgaben steigen trotzdem. Das Verhältnis zwischen arbeitenden Menschen und Rentnern wird sich verschlechtern, wenn die Bevölkerung kleiner wird. Die Folge: Die AHV und die berufliche Vorsorge sind immer mehr in Gefahr.
Mangelnde Pflege
Unsere Gesundheitsversorgung beruht auf einem Versicherungssystem: Wer hohe Kosten hat, der wird von der Gesellschaft getragen, da es viele Menschen gibt, die mehr einzahlen als Kosten verursachen. Auch wir älteren Menschen haben jahrzehntelang mehr einbezahlt als umgekehrt. Wenn wir die Zuwanderung deckeln und die Bevölkerung schrumpft, wird sie immer älter, was das Gesundheitssystem belastet. Die Krankenkassenprämien würden steigen, was vor allem Menschen mit geringem Einkommen belastet.
Kommt hinzu, dass unser Gesundheitssystem zwingend auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen ist. Zwar weniger als andere Branchen, aber immer noch zu rund einem Viertel. In manchen Kantonen, vor allem an Rand der Schweiz, sind es bis zu 50 Prozent! Wir bilden viel zu wenig Leute selber aus und müssen sie daher vom Ausland abwerben. Und wir haben unattraktive Arbeitsbedingungen, so dass viele Pflegekräfte, Ärzte und Ärztinnen frühzeitig zum Beruf aussteigen.
Das bedeutet, dass ein Ja zur Initiative die Versorgung des Gesundheitssystems mit Fachkräften verschlechtert: Es fehlt immer mehr an Pflegenden und medizinischem Personal. Und auch das betrifft uns ältere Menschen, die eher krank werden oder Spitalpflege oder Spitexleistungen benötigen, härter als andere.
Fazit
Selbstverständlich müssen für die Folgen der Zuwanderung Lösungen gesucht werden; entsprechende Ideen dazu sind ja auch vorhanden. Die Initiative der SVP vom 14. Juni liefert aber keine einzige wirkliche Lösung, sondern verschärft nur unsere wirtschaftliche Lage. Und das trifft vor allem auch die älteren Menschen im Land.
Daher wäre es wichtig, die Initiative wuchtig abzulehnen!
Markus Kunz, VASOS