Augenerkrankung im Alter: Grauer Star «Katarakt»
Thema: Gesundheit, News
Farben wirken plötzlich blasser, Konturen verschwimmen und helles Licht blendet stärker als früher? Viele Menschen halten solche Veränderungen zunächst für normale Alterserscheinungen.
Dahinter kann jedoch eine Augenerkrankung stecken: der «Graue Star», medizinisch Katarakt genannt.
Dabei trübt sich die Augenlinse ein, wodurch das Licht nicht mehr ungehindert ins Auge gelangt. Der Graue Star gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen im Alter und lässt sich heute in den meisten Fällen gut behandeln.

Mit zunehmendem Alter verliert die Linse des Auges an Klarheit und wird nach und nach trüb
Betroffene bemerken häufig zuerst eine verminderte Sehschärfe. Lesen wird anstrengender, Gesichter werden schlechter erkannt und Farben erscheinen weniger intensiv. Viele Menschen reagieren zudem empfindlicher auf Licht und fühlen sich schneller geblendet – besonders nachts beim Autofahren oder bei starkem Sonnenlicht – gleichzeitig nimmt der Bedarf an Helligkeit für Detailarbeiten zu.
Veränderungen entwickeln sich meist schleichend und werden oft erst spät wahrgenommen
Häufig versuchen Betroffene zunächst, ihre Sehprobleme mit einer neuen Brille auszugleichen. Bleibt der erhoffte Erfolg aus, kommt es im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung häufig zur Diagnose: Katarakt.
Der Graue Star zählt weltweit zu den häufigsten Ursachen für Sehbeeinträchtigungen
Gleichzeitig gehört die Katarakt-Operation heute zu den erfolgreichsten Eingriffen in der Augenheilkunde. Dabei wird die getrübte Linse entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt. Viele Patientinnen und Patienten berichten bereits kurz nach der Operation von einer deutlichen Verbesserung ihres Sehens.
Die Zufriedenheit mit dem Operationsergebnis hängt jedoch häufig nicht nur vom grauen Star ab
Liegen zusätzliche Erkrankungen wie eine Makula-Degeneration oder ein Glaukom vor, kann das Sehvermögen trotz Operation eingeschränkt bleiben. Deshalb sind regelmässige Kontrollen beim Augenarzt wichtig.
Wenn sich das Sehen verändert, tauchen oft viele Fragen auf:
Wie komme ich im Alltag zurecht? Welche Hilfsmittel können unterstützen? Genau hier helfen die Beratungsstellen SICHTBAR des Schweizerischen Blindenbundes weiter.
Fachpersonen an Beratungsstellen beraten Menschen mit Sehbeeinträchtigungen kostenlos und individuell.
In der Low Vision-Beratung wird abgeklärt, wie das vorhandene Sehvermögen optimal genutzt werden kann. Oft helfen bereits einfache Massnahmen wie bessere Beleuchtung, Lupen oder spezielle Filtergläser. Auch elektronische Hilfsmittel und moderne Technologien können den Alltag erleichtern. Im Fachbereich Lebenspraktische Fähigkeiten erhalten Betroffene praktische Unterstützung für Tätigkeiten im Haushalt und täglichen Leben. Zudem helfen Fachpersonen im Bereich Orientierung und Mobilität, sich sicher draussen zu bewegen und weiterhin möglichst unabhängig unterwegs zu sein. Bei Fragen zu Finanzen oder möglichen Ergänzungsleistungen und Assistenzbeiträgen sind die Fachpersonen im Bereich Soziale Arbeit und Inklusion unterstützend an Ihrer Seite.
Auch wenn sich das Sehen verändert: Mit der richtigen Unterstützung, geeigneten Hilfsmitteln und einer frühzeitigen Behandlung können viele Menschen mit Grauem Star ihren Alltag weiterhin aktiv und selbstbestimmt gestalten.
Lars Schweikhardt, Low Vision Rehabilitationsexperte, Schweizerischer Blindenbund SICHTBAR Beratungsstellen