Augenprobleme im Alter
Thema: Gesundheit
Mit zunehmendem Alter kommt es häufig zu Veränderungen der Augen, die sowohl das Sehvermögen als auch das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen können. Die Altersweitsichtigkeit betrifft nahezu jeden Menschen ab etwa dem 45. Lebensjahr und lässt sich in der Regel problemlos mit einer Brille korrigieren. Der Graue Star tritt sehr häufig auf, kann jedoch durch eine Operation meist erfolgreich behandelt werden. Auch die Makuladegeneration kann die Sehschärfe erheblich vermindern. Der Grüne Star (Glaukom) nimmt mit dem Alter ebenfalls an Häufigkeit zu. Trockene Augen sind meist harmlos, können den Alltag jedoch deutlich beeinträchtigen.
Bei der Geburt ist das Auge noch zu kurz und wächst während der ersten Lebensjahre. Im Idealfall entwickelt sich dabei eine Normalsichtigkeit. Geringfügige Veränderungen können jedoch im weiteren Verlauf des Lebens auftreten und sind meist unproblematisch.
Altersbedingte Augenprobleme sind eine Folge der steigenden Lebenserwartung. Vor etwa 100 Jahren lag diese bei rund 35 Jahren, weshalb altersbedingte Augenerkrankungen damals kaum eine Rolle spielten.
Presbyopie (Altersweitsichtigkeit)
Mit zunehmendem Alter verliert das Auge die Fähigkeit, sich auf nahe Objekte einzustellen. Ab etwa dem 40. bis 45. Lebensjahr treten zunehmend Schwierigkeiten beim Nah sehen auf. Eine sogenannte Lesebrille schafft hierbei Abhilfe. Die notwendige Brillenstärke nimmt bis etwa zum 50. Lebensjahr zu und bleibt danach meist stabil.
Katarakt (Grauer Star)
Der Graue Star bezeichnet eine Eintrübung der Augenlinse. Mehr als 50 % der 52- bis 64-Jährigen sind davon betroffen, häufig ohne deutliche Symptome. Ab dem 75. Lebensjahr liegt der Anteil bei über 90 %. Dank moderner Operationstechniken und hochwertiger Kunstlinsen sind die Erfolgsaussichten sehr hoch; die Erfolgsrate liegt bei etwa 90–99 %. Ob und wann eine Operation durchgeführt wird, hängt in den meisten Fällen allein von den Beschwerden und Bedürfnissen der betroffenen Person ab.
Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)
Bei der AMD handelt es sich um Veränderungen des sogenannten gelben Flecks (Makula) in der Netzhaut. In diesem nur 3–5 mm großen Bereich befinden sich besonders viele Sehzellen, die für das scharfe Sehen verantwortlich sind. Da diese Sehzellen nicht regenerationsfähig sind, führen Schäden durch Durchblutungsstörungen, langfristige Lichtexposition oder genetische Veranlagung zu dauerhaften Sehbeeinträchtigungen. Erste Anzeichen zeigen sich meist beim Lesen.
Man unterscheidet zwischen der trockenen und der feuchten Form der AMD. Die feuchte Form schreitet schneller voran und verursacht stärkere Sehverschlechterungen, kann jedoch in vielen Fällen erfolgreich mit Injektionen behandelt werden. Die trockene Form entwickelt sich langsam und verfügt bislang über keine gesicherte wirksame Therapie.
Glaukom (Grüner Star)
Beim Glaukom kommt es zu einer Schädigung des Sehnervs. Der Augendruck ist erhöht, ein Schaden kann auch bei vermeintlich normalen Druckwerten entstehen, insbesondere wenn die Durchblutung des Sehnervs beeinträchtigt ist oder dessen Widerstandsfähigkeit vermindert ist. Das Glaukom kann auch bei jüngeren, gesunden Menschen auftreten, nimmt jedoch mit dem Alter an Häufigkeit zu. In einigen Fällen besteht eine familiäre Vorbelastung. Insbesondere Personen mit Risikofaktoren sollten daher regelmäßige augenärztliche Kontrollen wahrnehmen.
Trockene Augen
Trockene Augen sind selten mit schweren Komplikationen verbunden, können jedoch den Alltag erheblich belasten. Mit zunehmendem Alter funktionieren Tränendrüsen und Schleimhäute weniger effizient, zudem wird häufig zu wenig Flüssigkeit aufgenommen. Besonders der Aufenthalt in beheizten, geschlossenen Räumen – vor allem im Winter – verschlechtert die Beschwerden. Typische Symptome sind ein Sandkorngefühl, Brennen, Kratzen und gerötete Augen. Die Behandlung ist oft anspruchsvoll und sollte durch eine Fachperson erfolgen.
Wir freuen uns darüber, dass Dr. Isaak Schipper im Newsletter Stellung zu konkreten Augenproblemen im Alter Stellung nimmt.
Dr.med. Isaak Schipper ist ehemaliger Chefarzt der Augenklinik am Kantonsspital Luzern
Unter seiner Leitung wurde 1989 zum ersten Mal das Augenlasern in der Schweiz eingeführt