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Aus den Mitgliederorganisationen – der SGB und die Frauen

Ausgabe: 11-2021 Datum: 30.11.2021

Thema: News

Bericht vom Frauenkongress des Schweizerischen Gewerkschaftsbunde vom 12./13. November 2021 in Bern

Die Historikerin Dore Heim machte es in ihrem ausführlichen Referat zu Beginn der Tagung allen klar: die Frauen hatten es früher nicht leicht in der Gewerkschaft. Nachdem es zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Gewerkschaften Arbeiterinnensekretärinnen gab, wurden diese Stellen um 1920 abgeschafft, und der Arbeiterinnenverein in die SP integriert. Zwischen 1930 bis 1953 sprach nie eine Frau an einem SGB-Kongress. Eine politische Sekretärin im SGB gab es erst wieder 1981 mit Ruth Dreifuss. Allerdings: einzelne Gewerkschaften hatten schon vorher in ihren Verbänden politische Sekretärinnen wie zum Beispiel 1977 der VHTL. Seit 1959 gab es eine Frauenkommission, die in den Anfängen vorsichtig auftrat, sich aber später unter dem Einfluss der Frauenbefreiungsbewegung nicht mehr vor Konfrontationen mit den Männern scheute.

Die Forderungen am SGB-Frauenkongress kreisten stark um das Thema Vereinbarkeit von bezahlter Arbeit und Care Arbeit. In einer Charta wird u.a. verlangt, dass unbezahlte und bezahlte Arbeit fair zwischen Mann und Frau aufgeteilt werden soll und dass Betreuungsarbeit durch die öffentliche Hand finanziert wird.

Es gab auch eine interessante Strukturdiskussion zur Frage: sollen Frauen als Führungspersönlichkeiten aufgebaut werden oder soll im Kollektiv agiert werden wie beim Frauenstreik 2021?

Liselotte Lüscher, Vorstand VASOS FARES, Mitglied der SGB-Rentner/innen-Kommission

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