Betreuung als Wirtschaftsfaktor…
Thema: News
...politische Forderungen
Die Betreuung durch Angehörige ist eine zentrale, aber weitgehend unsichtbare und unbezahlte gesellschaftliche Leistung.
Anlässlich des Tags für betreuende Angehörige 2025 machten der Entlastungsdienst Schweiz und das Büro für Feminismus an einer gemeinsamen Tagung ihre Bedeutung sichtbar und diskutierten politische Lösungsansätze.
Die Botschaft der betreuenden Angehörigen und der anwesenden Fachpersonen war klar: Betreuung muss rechtlich, finanziell und institutionell denselben Stellenwert erhalten wie die Pflege. Heute sind Entlastungsangebote oft schwer auffindbar, in Notlagen zu wenig rasch verfügbar und für viele Betroffene kaum bezahlbar. Gleichzeitig fehlt es an gesellschaftlicher und politischer Anerkennung der Sorgearbeit. Vorgeschlagen wurde unter anderem eine schweizweite Triage-Hotline oder die Aufnahme von Care-Arbeit im Lehrplan. Insgesamt zeigt sich: Betreuung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die klare politische Priorität braucht.
Die zentralen Forderungen der Teilnehmenden:
- Nationale Koordination: Eine schweizweite Strategie für Betreuung und Entlastung, um kantonale Ungleichheiten zu vermeiden.
- Gesicherte Finanzierung: Gleichstellung der Betreuung und Pflege sowie verlässliche Finanzierung zur Vermeidung sozialer Risiken wie Altersarmut.
- Zeitliche Entlastung sichern: Unbürokratischer Zugang zu Entlastung, schnelle Hilfe in Notsituationen, bessere Informationen über bestehende Angebote.
- Sorgearbeit aufwerten: Gesellschaftliche und politische Anerkennung stärken und Betreuung als öffentliche Aufgabe verstehen.
- Alltagsnahe Unterstützung ausbauen: Schweizweiter Ausbau wirksamer Angebote und Modelle wie der Familienhelferin und Stärkung inklusiver Angebote.
Eine ausführliche Dokumentation der Tagung finden Sie auf der Website des Entlastungsdienstes Schweiz – www.entlastungsdienst.ch
Kim Böhlen, Leiterin Kommunikation Entlastungsdienst Schweiz