Den Mangel an Pflegekräften nicht noch verschärfen
Thema: Gesundheit, News
Der Seniorinnen- und Seniorenrat SSR stellt mit Sorge fest, dass in der Schweiz ein erheblicher Mangel an Pflegekräften herrscht. Darunter leiden besonders Ältere und Betagte, die auf eine gute Pflege angewiesen sind. Der SSR fordert, die schwierige Situation zu entschärfen, statt sie noch zuzuspitzen.
Die Herausforderungen im Gesundheitswesen und in der Pflege sind enorm. Eines der grossen Probleme sind die fehlenden Fachkräfte in der Pflege. Pflegefachpersonen seien die in der Schweiz am stärksten gesuchte Berufsgruppe, hält das Bildungsforum Gesundheit fest: Bis 2030 würden rund 14’500 Fachkräfte fehlen. Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium rechnet damit, dass der Bedarf allein an Langzeitpflege in den nächsten 20 Jahren um 43 Prozent zunehmen werde. Dieser Bedarf bedinge die Schaffung von 7400 Vollzeitstellen und 626 zusätzlichen Pflegeheimen.
Bereits jetzt bestehen grosse Lücken: 8’600 offene Stellen waren Ende 2024 in der Pflege ausgeschrieben. Die Lücken in der Pflege wären noch viel grösser, würden nicht zahlreiche ausländische Pflegefachkräfte in der Schweiz arbeiten. Rund 33 Prozent der Pflegefachpersonen verfügen über ein ausländisches Diplom. In einzelnen Kantonen wie Genf, Neuenburg oder Waadt sind es sogar über die Hälfte. Ohne diese Arbeitskräfte wäre das Schweizer Gesundheitswesen nicht mehr funktionsfähig, ist der SSR überzeugt.
Er erachtet es deshalb als wichtig, mit guter Ausbildung, attraktiven Arbeits-, Weiterbildungs- und Karrierebedingungen die Berufe in der Pflege aufzuwerten. Als falsch erachtet er es, arbeitswilligen Fachkräften aus dem Ausland den Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt zu erschweren oder gar zu verunmöglichen. Dies würde nicht nur die Lebensqualität von Pflegebedürftigen und Betagten verschlechtern, sondern auch ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden gefährden.
Weitere Auskünfte:
Esther Waeber-Kalbermatten, Co-Präsidentin 079 248 07 80
Reto Cavegn, Co-Präsident 079 401 35 33
Der Schweizerische Seniorinnen- und Seniorenrat SSR vertritt die wirtschaftlichen und sozialen Anliegen der älteren Menschen gegenüber Bund, Verbänden, Institutionen, Medien und Öffentlichkeit. Der SSR bildet sich aus Mitgliedern des Schweizerischen Verbandes für Seniorenfragen (SVS) und der Vereinigung aktiver Senioren- und Selbsthilfeorganisationen der Schweiz (VASOS).
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