Gemeinsam gegen Altersdiskriminierung – für mehr Respekt zwischen den Generationen
Thema: News, Sozialpolitik
Wir von der UREV, der Union des Retraités de l’Etat de Vaud, setzen uns mit Überzeugung für die Interessen der Rentnerinnen und Rentner des Kantons ein.
In diesem Geist möchte der Vorstand einige Gedanken zu einer besorgniserregenden Tendenz im öffentlichen Diskurs mit Ihnen teilen.
Kaum ein Tag vergeht, ohne dass in den Medien die Gesellschaft in Kategorien aufgeteilt wird – mit dem Effekt, dass Generationen gegeneinander ausgespielt werden. Besonders deutlich zeigt sich das in Debatten zur AHV oder zur Krankenversicherung: Ältere Menschen gelten als teuer, als Nutzniesser, die den Jüngeren Ressourcen entziehen.
Doch diese Sichtweise blendet aus, dass auch wir jahrzehntelang gearbeitet, Beiträge geleistet, die Gesellschaft mitaufgebaut und soziale Errungenschaften ermöglicht haben – mit viel Einsatz und nicht selten unter Verzicht.
Ja, wir altern. Und ja, wir benötigen mehr Pflege, Dienstleistungen und Unterstützung. Ist das überraschend in einer Zeit, in der medizinischer Fortschritt und längere Lebenserwartung als kollektiver Erfolg gefeiert werden? Das Altern ist ein Fortschritt, von dem alle Generationen profitieren.
Die Jugend stellt Fragen an die Welt, die sie erbt – das ist legitim und wichtig. Doch ein künstlicher Gegensatz zwischen Alt und Jung lenkt vom Wesentlichen ab: von echter sozialer Ungleichheit, wachsender Unsicherheit und einem Mangel an politischer Weitsicht.
Es ist an der Zeit, Sündenbock-Denken und entmenschlichende Rechenspiele zu überwinden. Eine Gesellschaft definiert sich dadurch, wie sie den Wert jedes Menschen anerkennt – in jeder Lebensphase.
Wir Älteren tragen weiterhin bei: durch unsere Erfahrung, unser Engagement in Familien und Vereinen, durch unsere Erinnerungskultur – und nicht zuletzt als aktive Konsumentinnen und Konsumenten. Wie kürzlich ein Magazin titelte: „Seniorinnen und Senioren sind ein Segen für die Wirtschaft!“
Erfreulich ist in diesem Zusammenhang auch das Thema der kommenden Internationalen Tagung zum Tag der älteren Menschen am 1. Oktober 2025: „Ageismus und intergenerationelle Verbundenheit“, organisiert von der Waadtländer Initiative «Vieillir2030».
Bereits 2021 hatte die WHO einen weltweiten Aktionsplan gegen Altersdiskriminierung ins Leben gerufen – mit konkreten Werkzeugen zur Bekämpfung dieser Ungleichbehandlung. Eine wichtige Aufgabe, auch für Ihren Vorstand – mit Ihnen an unserer Seite!
Monika Mosbahi, Präsidentin der UREV