Gesundheit darf kein Luxus sein
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Zahngesundheit
Immer mehr Menschen im Tessin verzichten auf notwendige Zahnbehandlungen oder verschieben sie, weil sie sich diese nicht leisten können. Das betrifft längst nicht nur Menschen mit tiefen Einkommen, sondern zunehmend auch die Mittelschicht.
Für Prof. Franco Cavalli ist das ein gesundheitliches und soziales Problem: Notwendige Behandlungen dürfen nicht vom Einkommen abhängen.
Eine schlechte Zahngesundheit ist nicht nur eine Frage von Zahnschmerzen. Unbehandelte Karies und Zahnfleischerkrankungen können zu Entzündungen, Schmerzen und Zahnverlust führen. Wer schlecht kauen kann, ernährt sich unter Umständen weniger ausgewogen. Bei älteren Menschen können Probleme beim Kauen und Schlucken zudem das Risiko für Mangelernährung erhöhen. Schwere Entzündungen im Mund können sich ausserdem auf den gesamten Körper auswirken. Bei Menschen mit Diabetes können Zahnfleischerkrankungen die Einstellung der Krankheit erschweren. Auch für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine gute Mundgesundheit wichtig.
Cavalli betont deshalb, dass Zahnbehandlungen eine Gesundheitsleistung sind und nicht vom Einkommen abhängen sollten. Wer eine notwendige Behandlung aus finanziellen Gründen aufschiebt, riskiert, dass aus einem zunächst kleinen Problem ein grösseres und oft auch teureres wird.
Besonders betroffen ist die Mittelschicht: Sie erhält häufig keine Sozialhilfe, kann aber hohe Zahnarztkosten trotzdem nur schwer tragen. Im von Cavalli unterstützten Modell wären Pensionierte vom Beitrag befreit gewesen, hätten aber weiterhin Zugang zu den notwendigen Behandlungen gehabt.
Die Initiative wurde am 14. Juni 2026 abgelehnt. Doch das Problem ist damit nicht verschwunden. Cavallis Anliegen bleibt aktuell: Zahngesundheit ist Teil der Gesundheit – und notwendige Gesundheitsleistungen sollten nicht davon abhängen, wie viel Geld jemand im Portemonnaie hat.
Bea Heim, Präsidentin VASOS
Zusammenfassung Text von Prof. Franco Cavalli, Quelle tio, Ticino online: Cure dentarie, l’analisi di Cavalli: «Decisiva la propaganda sui premi di cassa malati» – Ticinonline