Gesundheitsversorgung unter Kostendruck – Qualität muss Vorrang haben!
Thema: Gesundheit, News
Die VASOS unterstützt Massnahmen gegen unnötige Gesundheitskosten. Sie warnt jedoch davor, die Gesundheitsversorgung über finanzielle Zielwerte zu steuern, ohne deren Auswirkungen auf die Patientinnen und Patienten ausreichend zu beachten. Gerade chronisch kranke und multimorbide Menschen sind auf eine gut zugängliche und qualitativ hochstehende medizinische und pflegerische Versorgung angewiesen.
Der Bundesrat will die Entwicklung der Gesundheitskosten über Kosten- und Qualitätsziele steuern. Für die VASOS ist klar: Ineffizienzen sowie Fehlversorgungen sollen reduziert werden. Kostendämpfung darf aber nicht zu Unterversorgung, schlechterer Pflege oder einem erschwerten Zugang zu medizinisch notwendigen Leistungen führen.
«Die Qualität der Gesundheitsversorgung muss die Leitplanke der Kostendämpfung sein – nicht umgekehrt.»
Ohne Qualitätsmonitoring droht Blindflug
Während zahlreiche Daten über Kosten und Leistungen vorhanden sind, bestehen bei der Behandlungs- und Versorgungsqualität erhebliche Lücken. Die VASOS fordert deshalb ein nationales Qualitätsmonitoring als Frühwarnsystem. Es muss rechtzeitig zeigen, wenn Kostenziele zu verzögerten Behandlungen, Zugangsproblemen oder Qualitätseinbussen führen.
Aber Kostenziele einzuführen und dabei bei Qualitätsstrategie zu sparen, wie es der Bund plant, ist der falsche Weg.
Pflege ist nicht beliebig rationalisierbar
Nicht jede Kostensteigerung ist Ineffizienz. Gerade in Pflege und Geriatrie sind Produktivitätssteige-rungen begrenzt. Gute Pflege braucht Zeit und Personal. Der Aufwand für die Betreuung Hochbetag-ter oder an Demenz Erkrankter lässt sich nicht beliebig reduzieren.
«Bei der Pflege älterer Menschen darf notwendige Zeit nicht zum Sparpotenzial werden.»
Die VASOS fordert, Einsparpotenziale dort zu suchen, wo tatsächlich vermeidbare Kosten entstehen – etwa durch Fehlanreize, Fehlversorgung oder bei Arzneimittelkosten und -preisen.
Kostensteuerung nicht auf Kosten des Alter
Ältere Menschen müssen mitreden, denn steigende Gesundheitskosten vor allem der Alterung der Bevölkerung zuzuschreiben, greift zu kurz. Die Kostenentwicklung wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst: vom medizinischen Versorgungsbedarf ebenso wie von Fehlanreizen im System, überhöhten Arzneimittelpreisen, einer unzureichenden Präventionsstrategie oder der ungenügend ausgebauten integrierten Versorgung. Wird die Alterung dennoch als wesentlicher Faktor für das Kostenwachstum herangezogen, müssen ältere Menschen in die Ausgestaltung und Beurteilung der Kosten- und Qualitätssteuerung einbezogen sein.
Die VASOS fordert deshalb eine eigenständige Vertretung des Alters in den zuständigen Gremien EQK und EKKQ.
Für die VASOS gilt: Die Qualität setzt der Kostensteuerung die Grenzen – nicht die Kosten der Qualität!
Freundliche Grüsse
VASOS – FARES – FAPAS
Bea Heim, Präsidentin, aNationalrätin – 079 790 52 03
Inge Schädler, Vizepräsidentin – 079 614 94 92
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