Gute Betreuung im Alter – eine Investition in die Zukunft
Thema: Gesundheit, News
Das war der Titel des Referates an der öffentlichen Fachtagung «Gut betreut im Alter – Erfahrungen, Erwartungen, Perspektiven» des Schweizerischen Seniorinnen- und Seniorenrates (SSR) am 28.Mai 2026 in Lausanne.
Professor Martin Hafen, ehemaliger Dozent an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit, hielt das zentrale Referat für die Tagung. Die wichtigsten Punkte seiner Ausführung lauteten:
Medizinische Versorgung ist für ältere Menschen unabdingbar, reicht allein jedoch nicht aus, da Gesundheit ein bio-psycho-soziales Phänomen ist, zu dem auch Wohlbefinden, Lebensqualität und das Glück gehören. Daher muss menschliche und soziale Betreuung (als Ergänzung zu Hilfe und Pflege) kontinuierlich erfolgen und spielt eine präventive Rolle im Prozess des Alterns: Sie verringert die Isolation, stärkt die Widerstandsfähigkeit, verlängert die Möglichkeit, zu Hause zu leben, hilft, Krisen und Krankheiten zu vermeiden, und senkt sogar die Gesundheitskosten.
Prävention hängt mit Risikofaktoren, Einflussfaktoren und Schutzfaktoren zusammen.
Diese unterscheiden sich je nach Alter, Geschlecht und insbesondere sozioökonomischem Status, sodass unterschiedliche Präventionsmaßnahmen erforderlich sind.
Risikofaktoren: Isolation und Stress
- Schutzfaktoren: Selbstvertrauen, Optimismus, Lebenssinn, zwischenmenschliche Beziehungen, Selbstständigkeit, das Gefühl, nützlich zu sein, sowie das Verfolgen erreichbarer Ziele.
Resilienz – die Fähigkeit, mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen
- ist ein wesentlicher Hebel in der psychosozialen Betreuung und damit für die Lebensqualität.
Resilienz sollte durch einen multifaktoriellen Ansatz gestärkt werden
- durch die Einbindung älterer Menschen in das soziale und gemeinschaftliche Leben
- durch die Förderung der Selbstständigkeit im Alltag
- durch Maßnahmen zur Stärkung der kognitiven Fähigkeiten (z. B. Hörgeräte)
- durch die Schaffung eines anregenden Umfelds
- durch die Förderung der Mobilität (Bänke, öffentliche Toiletten usw.)
- durch die Gewährleistung der physischen Sicherheit (insbesondere der Frauen)
- durch die frühzeitige Erkennung der Bedürfnisse älterer Menschen
- durch die Gewährleistung des Zugangs zu Informationen.
Laut Martin Hafen müssen soziale Berufe in der Altenpolitik stärker wertgeschätzt werden.
Elisabeth Leo-Dupont, VASOS Delegierte im Schweizerischen Senior:innenrat SSR