Manifest gegen Altersdiskriminierung und für Generationensolidarität
Thema: Generationendialog, News
Für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft aller Generationen
Stärkung der Generationensolidarität und Bekämpfung von Altersfeindlichkeit (Ageismus).
Ein Leben lang gearbeitet – und jetzt gibt es Kreise, die uns ausschliessen und an den Rand drängen wollen. Das aktuelle Manifest der VASOS FARES setzt ein klares Zeichen gegen diese Altersfeindlichkeit.
Gestützt auf unsere am 15. Juni 2026 in Bern eingereichte Petition mit 25’770 Unterschriften fordern wir einen wirksamen Schutz vor Diskriminierung. Hier gilt die goldene Regel: Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Denn wie es schon in unserer Bundesverfassung steht, misst sich die Stärke des Volkes am Wohl der Schwachen. Nur in dieser Ganzheitlichkeit – wo Jung und Alt Verantwortung füreinander übernehmen – leben wir eine echte Generationensolidarität auf Augenhöhe. Gemeinsam stark für Jung und Alt.
Die unsichtbare, unzureichend wahrgenommene Realität – eine Herausforderung, die uns alle angeht. Ein Leben lang gearbeitet und nun ausgegrenzt? Wir, die Generation, die dieses Land über Jahrzehnte aufgebaut, gestaltet und getragen hat, blicken mit tiefer Sorge auf die zunehmende Altersfeindlichkeit in unserer Gesellschaft. Während schöne Worte den Zusammenhalt beschwören, bleibt eine wachsende Gefahr im Alltag erschreckend unterbelichtet: der systematische Ausschluss älterer Menschen. Das aktuelle Manifest der VASOS FARES ist ein unmissverständlicher Handlungsaufruf an die Politik. Gestützt auf unsere am 15. Juni 2026 in Bern eingereichte Petition mit 25’770 Unterschriften wehren wir uns entschieden gegen künstlich konstruierte Gegensätze zwischen den Altersgruppen.
Wir stärken die Generationensolidarität als festes Fundament unseres Zusammenhalts.
Unsere Realität zeigt, dass wir trotz grosser Lebensleistung oft übersehen werden. Der Fokus politischer Strategien liegt meist einseitig auf dem Erwerbsleben – doch wer vertritt unsere Anliegen, wenn es um explodierende Gesundheitskosten, die allgegenwärtige Angst vor sozialer Isolation oder der digitalen Teilhabe geht? Die VASOS/FARES, die 1990 als nationale Dachorganisation gegründet wurde und heute rund 130’000 Mitglieder in 24 Organisationen vertritt, ist die unüberhörbare Stimme der älteren Menschen in der Schweiz. Unabhängig von Parteipolitik und konfessionell neutral bringen wir die Lebensrealität der älteren Generationen dorthin, wo sie hingehört: mitten in den politischen Diskurs. Unsere Petition ist ein klarer Auftrag aus der Zivilgesellschaft, getragen von Jung und Alt gemeinsam.
Die Schieflage ist offensichtlich, wo die Politik versagt und Vorurteile unhinterfragt stehen lässt. Es wird behauptet, Seniorinnen und Senioren lebten auf Kosten der Erwerbstätigen. Doch die AHV ist ein stabiler Kreislauf, ein Umlagesystem, das ganz direkt auf der Generationensolidarität basiert: Jede Generation trägt die andere. Die heutige Rentnergeneration hat dieses Werk durch jahrzehntelange Arbeit erst aufgebaut. Auch das Vorurteil, die ältere Bevölkerung bremse das Wirtschaftswachstum oder blockiere den Wohnraum, hält der Realität nicht stand. Ein grosser Teil der Renten fliesst direkt über den Konsum in den Wirtschaftskreislauf zurück, und es mangelt in der Schweiz schlicht an bezahlbarem, altersgerechtem Wohnraum als echte Alternative. Ältere Menschen wehren sich nicht gegen den Fortschritt; sie nutzen digitale Werkzeuge oft lediglich bewusster und kritischer. Betagt sein heisst nicht automatisch krank sein, und das Schweizer Milizsystem wird durch die Freiwilligenarbeit der älteren Generation im Wert von Milliarden getragen. Entscheidend sind immer die persönlichen Fähigkeiten.
Gemeinsam rufen wir zu einem gerechten Miteinander auf. Die goldene Regel, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, muss gerade auch im Alter ihre Gültigkeit behalten. Das bedeutet eine konsequente Bekämpfung von Altersfeindlichkeit durch einen wirksamen gesetzlichen Schutz vor Diskriminierung im Erwerbsleben und in der gesamten Gesellschaft. Ebenso rufen wir zur aktiven Förderung von bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum sowie zur Garantie des Zugangs zu allen Lebensbereichen auf, damit ältere Menschen in einer digitalisierten Welt nicht abgehängt werden. Generationensolidarität ist jedoch keine Einbahnstrasse. Sie verpflichtet uns dazu, vorausschauend zu handeln und die Verantwortung für die Umwelt und das Klima konsequent wahrzunehmen, um den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt zu übergeben.
Nur so bauen wir ein gemeinsames Haus, das alle Generationen verlässlich trägt.
Handeln wir gemeinsam für eine solidarische Zukunft. Ein Land zeigt sein wahres Gesicht darin, wie verlässlich es alle Generationen schützt. Gemäss unserer Bundesverfassung misst sich die Stärke des Volkes am Wohl der Schwachen – ein Grundsatz, der auch für unsere ältere Bevölkerung uneingeschränkt gelten muss. Wir rufen die Politik dazu auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Würde jedes Menschen rechtlich und nachhaltig abzusichern, damit sich Jung und Alt auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam Verantwortung übernehmen können.
Ein Leben lang solidarisch – für Jung und Alt.
Jakob Hauri, Delegierter der VASOS im Schweizerischen Seniorenrat, SSR