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Nachruf auf Walter P. Suter (1943-2021)

Ausgabe: 08-2021 Datum: 31.08.2021

Thema: News

Wir trauern um unser Mitglied und nehmen Abschied von Walter P. Suter, der am 7. Juni nach langer Krankheit im 78. Altersjahr verstorben ist.

Walter Suter stand jahrzehntelang im Dienst der Schweiz. Als Sozialist eher ein Exot im diplomatischen Corps unseres Landes, vertrat er die Eidgenossenschaft in so unterschiedlichen Staaten wie Libanon, Spanien, China, Indien, Chile, Argentinien und Paraguay. Im Februar 2003 schickte ihn der Bundesrat als Botschafter nach Caracas, wo das Volk kurz zuvor einen Putsch gegen die Regierung von Hugo Chávez zerschlagen hatte.

Walter Suter war tief beeindruckt vom Emanzipationsprozess der unter Chávez immer stärker an Fahrt aufnahm : «Aus den Objekten wurden plötzlich Subjekte des Staates », meinte er vor vier Jahren gegenüber der Zeitung ‘UNSERE WELT’. Besonders gefallen habe ihm, dass «mit der Vertiefung der Demokratie auch die Schaffung von sozialer Gerechtigkeit einherging, der Abbau einer seit Jahrhunderten angehäuften sozialen Schuld.»

Der linke Diplomat blieb in Venezuela auch nach seiner Pensionierung eng verbunden. Er war Mitbegründer der Solidaritätsorganisation ‘ALBA SUIZA’, und im Vorstand der SP Europa wie als Präsident der Internationalen Sektion der SPS warb er mit Verve für mehr Verständnis und Respekt gegenüber den Freiheitsbestrebungen der lateinamerikanischen Völker.

Gut in Erinnerung ist uns auch sein engagierter Vortrag über Venezuela, der er zusammen mit dem ehemaligen Vizepräsidenten des lateinamerikanischen Parlaments, Carolus Wimmer, an der Jahresversammlung der AVIVO Bern im März 2019 hielt.

Im Oktober 2018 wurde der so vitale und kräftige Walter Suter von einem Schlaganfall überrascht. Ein chirurgischer Eingriff zwei Jahre später raubte ihm weitere Kräfte. «Nicht weise werden. Zornig bleiben », schrieb einst Max Frisch. Walter Suter war beseelt von diesem heiligen Zorn für eine bessere Welt. Der Solidarität mit Lateinamerika, der internationanlisten Solidarität ganz allgemein, blieb er bis zuletzt verbunden.

Martin Schwander, Bern

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