Resolution «Hitzeschutz ist Bevölkerungsschutz»
Thema: Gesundheit, News
In ihrer Resolution vom 29. September fordert die VASOS umfassende Massnahmen zum Schutz vor Hitze in der Schweiz, insbesondere für gefährdete Gruppen, wie es auch ältere Menschen sind.
Hitzewellen werden in der Schweiz häufiger, länger und intensiver. Sie gefährden die Gesundheit und können zum Tod führen. Besonders betroffen sind vulnerable Menschen, aber auch solche, die im Freien oder in stark hitzeexponierten Räumen arbeiten müssen. Als Senior:innenorganisation haben wir die besondere Gefährdung älterer Menschen im Blick. Zugleich tragen wir Verantwortung für die kommenden Generationen: Hitzeschutz ist Bevölkerungsschutz – und eine Aufgabe für alle Generationen!
Bund, Kantone, Städte und Gemeinden haben in den vergangenen Jahren wichtige Massnahmen ergriffen. Dennoch bestehen erhebliche Lücken. Die VASOS fordert daher wirksame Hitzeaktionspläne in allen Kantonen, die sich an den Empfehlungen der WHO und den nationalen fachlichen Grundlagen orientieren und klare Zuständigkeiten, Warnsysteme und Massnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Menschen vorsehen.
Speziell Heime, Spitäler und Schulen müssen vor Hitze geschützt werden. Dazu braucht es wirksame Beschattung, Lüftungs- und Kühlmöglichkeiten, angepasste Tagesabläufe und allenfalls zusätzliche organisatorische Massnahmen. Der Hitzeschutz darf aber nicht an der Haustür enden. Besonders alleinlebende, gesundheitlich beeinträchtigte und sozial isolierte Menschen müssen während Hitzewellen zuverlässig erreicht werden. Gemeinden sollen dafür gemeinsam mit spezialisierten Organisationen geeignete Telefon-, Besuchs- und Unterstützungsangebote aufbauen.
Wohnungen und öffentliche Gebäude müssen so gebaut und saniert werden, dass sie im Sommer vor Überhitzung und im Winter vor Kälte schützen. Bund und Kantone sollen die notwendigen Investitionen gezielt unterstützen und bestehende Förderprogramme entsprechend weiterentwickeln.
Menschen, die im Freien oder in stark hitzeexponierten Räumen arbeiten, brauchen wirksamen Gesundheitsschutz. Arbeitszeiten und Arbeitsabläufe müssen bei extremer Hitze angepasst, ausreichende Pausen, Schatten und Trinkmöglichkeiten gewährleistet und gesundheitlich gefährliche Belastungen vermieden werden. Städte und Gemeinden müssen hitzetauglich gemacht werden mit mehr Bäumen und Grünflächen, weniger versiegelten Flächen, beschatteten Wegen und Plätzen, Trinkwasserstellen sowie gut erreichbaren kühlen Aufenthaltsorten.
Die Wirkung solcher Massnahmen soll laufend beobachtet und gemessen werden. Das Monitoring soll insbesondere hitzebedingte Erkrankungen und Todesfälle sowie die Situation besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen erfassen. Die Ergebnisse sollen regelmässig veröffentlicht werden. Wo Schutzmassnahmen fehlen oder nicht ausreichend wirken, muss rechtzeitig nachgebessert werden.
Die VASOS begrüsst, dass der Bundesrat nach dem aussergewöhnlich heissen und trockenen Sommer 2026 weitere Massnahmen prüft und zusätzliche Grundlagen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung schaffen will. Wir erwarten aber auch, dass daraus wirksame Massnahmen zum Schutz der besonders gefährdeten Menschen entstehen und diese rechtzeitig vor den kommenden Sommern umgesetzt werden.
Hitze kennt kein Alter. Was wir heute tun, schützt uns alle – und die Generationen von morgen!
Markus Kunz, Redaktionsteam VASOS – Resolution Bea Heim, Präsidentin
Resolution: Hitzeschutz ist Bevölkerungsschutz – VASOS – FARES