Schweizerische Gesundheitspolitik
Thema: Gesundheit, News
Aus der Sicht einer Ärztin
Fast zufällig bin ich mit einer Ärztin auf die schweizerische Gesundheitspolitik zu sprechen gekommen. Mir schien interessant, einmal diese Seite zu hören, deshalb sei hier kurz zusammengefasst, was sich aus dem Gespräch ergab.
Auf dem Hintergrund, dass Betreuung und Pflege der Patient/innen intensiver geworden sind, – diese werden grundsätzlich früher nach Hause entlassen und müssen darauf vorbereitet werden, – und dass es bereits heute zu wenige Ärzte/Ärztinnen und zu wenige Pflegefachpersonen gibt und dass die Zunahme der älteren Menschen in der Schweiz eine Tatsache ist und wir nach Ansicht der Ärztin auf ein Versorgungsproblem zu gehen, scheint es ihr
1. …unbedingt nötig, dass die Zuständigkeiten der Ärzte/Ärztinnen und der Pflegefachpersonen klarer abgegrenzt sind. Die Pflegenden sollten nach entsprechender Weiterbildung mehr Kompetenzen und die dazugehörige Verantwortung erhalten, die jetzt die Ärzte/Ärztinnen wahrnehmen. Der Pflegeberuf würde dadurch aufgewertet und die teureren Ärzte/Ärztinnen könnten sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren.
2. …dass wieder vermehrt Raum für nicht messbare Tätigkeiten wie Gespräche zwischen Pflegefachperson und Arzt/Ärztin und Patient/in geschaffen werden muss, da auch diese «unsichtbaren» Tätigkeiten zur Genesung beitragen.
3. …dass der administrative Teil unbedingt reduziert werden muss, dies für beide Berufsgruppen, da diese immer wieder auf Kosten ihrer eigentlichen Kompetenzen Dinge tun müssen, für die sie nicht ausgebildet sind und der Patientennutzen oft fraglich ist.
4. …da für beide Berufsgruppen die Ansprüche und Belastungen gestiegen sind und die Medizin komplexer geworden ist, sind finanzielle Investitionen in andere, vor allem ambulante Gesundheitsfachbereiche wie z, B Spitex, Physiotherapie etc. unabdingbar.
5. …dass nicht unbedingt nur die Löhne der Pflegefachpersonen steigen sollen, es aber wichtiger wäre, dass die Pflegenden wegen der hohen psychischen und physischen Belastung mehr Freizeit bzw. tiefere Wochenarbeitszeiten hätten.
6. …dass bei den Ärzten/Ärztinnen im administrativen Bereich bis zu einem Drittel der Aufgaben von jemandem übernommen werden könnte, der/die nicht als Arzt oder Ärztin ausgebildet ist.
Liselotte Lüscher, Vorstand VASOS