Service public auf dem Rückzug
Thema: News
Gerade ältere Menschen dürfen nicht die Verlierer sein!
Was der Bundesrat als Modernisierung der Post propagiert, ist in Wirklichkeit ein weiterer Abbau des Service public. Mit der Revision des Postgesetzes sollen Briefkastenanlagen für mehrere Häuser oder ganze Quartiere die Hauszustellung ersetzen. Die VASOS lehnt diesen Leistungsabbau zulasten der Senior:innen und der gesamten Bevölkerung ab.
Was der Bundesrat als Modernisierung der Post propagiert, ist in Wirklichkeit ein weiterer Abbau des Service public. Mit der Revision des Postgesetzes sollen Briefkastenanlagen für mehrere Häuser oder ganze Quartiere die Hauszustellung ersetzen. Die VASOS lehnt diesen Leistungsabbau zulasten der Senior:innen und der gesamten Bevölkerung ab.
Die geplante Revision des Postgesetzes öffnet Tür und Tor für einen weiteren Abbau des Service public. Künftig sollen Briefkastenanlagen für mehrere Häuser oder sogar ganze Quartiere möglich werden. Was als Effizienz- und Umweltmassnahme verkauft wird, verschlechtert den Alltag vieler älterer Menschen.
Der Bundesrat verspricht weiterhin eine «Hauszustellung». Tatsächlich kann der eigene Briefkasten künftig weit von der Haustüre entfernt stehen. Der Begriff Hauszustellung verliert damit seinen eigentlichen Sinn.
Für gesunde Menschen mag ein längerer Weg zum Briefkasten kein Problem sein. Für hochbetagte Menschen, Personen mit Geh- oder Sehbehinderungen, Rollstuhlfahrende oder chronisch Kranke kann er jedoch zur täglichen Belastung werden – besonders bei Schnee, Eis oder Hitze. Was kann für diese Menschen überhaupt eine «angemessene Distanz» sein?
Besonders stossend ist, dass der Bundesrat die betrieblichen Vorteile für die Post hervorhebt, die Folgen für ältere und beeinträchtigte Menschen aber kaum berücksichtigt. Zudem sollen die Hauseigentümer die neuen Briefkastenanlagen finanzieren und den Platz dafür bereitstellen.
Die Seniorinnen und Senioren der VASOS Schweiz fordern den Bundesrat und das Parlament auf, diese Fehlentwicklung zu stoppen. Die Grundversorgung muss sich an den Bedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen orientieren – nicht nur an den Betriebsabläufen der Post.
Wir fordern:
- Keine zentralen Briefkastenanlagen zulasten älterer und beeinträchtigter Menschen.
- Eine verbindliche Alters- und Behindertenverträglichkeitsprüfung bei allen Änderungen des Service public.
- Klare gesetzliche Vorgaben, damit die wohnungsnahe Postzustellung auch künftig gewährleistet bleibt.
Der Grundsatz muss lauten: Der Service public hat sich den Menschen anzupassen – nicht die Menschen dem Service public.
«Wer den Briefkasten vor der Haustür abschafft, baut nicht Bürokratie ab, sondern Selbstständigkeit. Der Bund darf ältere Menschen nicht Schritt für Schritt aus dem gesellschaftlichen Alltag ausschliessen.»
VASOS – FARES – FAPAS
Bea Heim
Präsidentin, aNationalrätin
- Medienmitteilung - Service public auf dem Rückzug D | Herunterladen
- Communiqué de presse - Le service public en recul_F | Herunterladen
- Comunicato stampa - Il servizio pubblico in ritirata I | Herunterladen