Stadtzürcher Pensionskasse: Grosser Gewinn mit israelischen Waffen
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Fast eine halbe Million Profit machte die Pensionskasse der Stadt Zürich letztes Jahr mit ihrer Beteiligung am umstrittenen israelischen Waffenkonzern Elbit.
Pikant dabei:
Sie steht damit im Gegensatz zu vielen internationalen Staatsfonds und Pensionskassen, welche diese Beteiligungen ausgeschlossen haben.
Die Pensionskasse der Stadt Zürich erwarb im Jahr 2025 Aktien des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems im Wert von 700’000 Schweizer Franken und verdiente damit letztes Jahr beinahe 400’000 Sfr. Der Rüstungskonzern Elbit Systems ist gemäss Amnesty International, die sich auf einen ausführlichen UNO-Bericht, bezieht, eine der wichtigsten Stützen der israelischen Besatzung. Elbit produziert den Grossteil der israelischen Militärdrohnen, die auch für gezielte Tötungen im Westjordanland und im Gazastreifen eingesetzt werden. Die Pensionskasse der Stadt Zürich führt in ihrem Portfolio weitere Wertpapiere von Unternehmen, die gemäss dem UNO-Bericht in die israelische völkerrechtswidrige Besatzung involviert sind.
Grosse Staatsfonds und Pensionskassen schliessen Elbit und weitere Anlagen aus
Der global grösste Staatsfond in Norwegen hat im Sommer 2025 entschieden, dass er Aktien und Obligationen von israelischen Firmen abstösst, die in den Genozid in Gaza verwickelt sind und zu Menschenrechtsverletzungen in den illegal besetzen Gebieten beitragen. Auch die grösste norwegische Pensionskasse KLP investiert nicht mehr in Elbit und hat sich zusätzlich entschieden, Firmen auszuschliessen, welche Elbit beliefern. So z. B. NextVision, die Kameras für Militärdrohnen von Elbit produziert. In Skandinavien stoppte auch die dänische Pensionskasse der Akademiker:innen Investitionen in 13 Unternehmen, welche illegale Siedlungen im Westjordanland mit ermöglichen.
Pensionskasse setzt auf «Dialog»
Konfrontiert mit der Recherche verweist die PK der Stadt Zürich auf die Breite ihre Investitionen sowie auf ihre Nachhaltigkeitsstrategie. Bezüglich Rüstungsfirmen würden jene ausgeschlossen, «die im Bereich kontroverser Waffen involviert sind (Streumunition und Anti-Personenminen sowie chemische, biologische und Atomwaffen)». Dazu gehören auch die von Amnesty International genannten Konzerne Boeing und Lockheed Martin. Ein weiteres Element sei das Führen eines Dialogs mit Konzernen, dass die PKZH zusammen mit anderen grossen Anlegerinnen macht. Zu den Investitionen in Elbit Systems spezifisch äusserte sich die Pensionskasse nicht.
Gelder für den Ausbau der illegalen Besatzung aus Zürich
Neben Elbit Systems finden sich auf dem Portfolio der Pensionskasse der Stadt Zürich elf weitere problematische Partner. Es handelt sich dabei um israelische Firmen und Banken, die zur Aufrechterhaltung der illegalen Besatzung der palästinensischen Gebiete beitragen – darunter zum Beispiel die First International Bank of Israel. Dabei könnten sich die entsprechenden institutionellen Anleger eigentlich an einer Liste der UNO orientieren. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte veröffentlicht regelmässig eine Liste von Unternehmen, welche für die illegale Besatzung mitverantwortlich sind.
Auch die Schweizerische Nationalbank SNB investiert in Elbit Systems. Auf eine Anfrage von SP-Nationalrätin Laurence Fehlmann-Rielle bestätigte dies der Bundesrat in der vergangenen Herbstsession.
Die an die PKZH, an Stadtrat R. Golta und an Daniel Laupi gerichtete Petition „Kein Zürcher Geld für den Genozid“
Die Partei der Arbeit Zürich hat im September 2025 eine Petition lanciert, die noch bis Anfang Mai 2026 in der ganzen Schweiz unterzeichnet werden kann:act.campax.org/petitions/kein-zurcher-geld-fur-den-genozid?
Daniela Holzmann, FARES
Quellen:
kein-zuercher-geld-fuer-den-genozid
Investitionen in Elbit Systems: Stadtzürcher Pensionskasse profitiert vom Genozid in Gaza