Werden an Weihnachten unsere Wünsche wirklich erfüllt?
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Weihnachten, das Fest der Freude und des Lichts hat seinen Ursprung in der Wintersonnenwende, die um den 21. Dezember stattfindet und die längste Nacht sowie den kürzesten Tag des Jahres markiert.
Viele vorchristliche Kulturen feierten damit symbolisch den Neubeginn und die Rückkehr des Lichts nach der längsten Nacht. Die frühe Kirche verlegte daraufhin Weihnachten auf dieselbe Zeit, um die Umwandlung von heidnischen zu christlichen Feierlichkeiten zu erleichtern und Gläubige zu gewinnen.
Mit Weihnachten verbinden sich für die meisten von uns intensive Kindheitserinnerungen: Schulweihnachten, Feiern in der Familie, Guetzli backen, Kerzenlicht, Christbaum, Singen, Überraschungen und Geschenke. Das Weihnachtsfest ist für die meisten von uns mit persönlichen Eindrücken und Erinnerungen verbunden. Viele erinnern sich noch an das Weihnachtsfest ihrer Kindheit. Heutzutage, womöglich an einem anderen Wohnort oder in einer neuen Heimat, fernab von der früheren Umgebung. Für Kinder beinhaltet das Weihnachtsfest weiterhin eine Zeit voller Sinneseindrücke, Überraschungen und natürlich von Geschenken.
Dies alles stand damals noch nicht in Konkurrenz zu Fernsehen und Social Media, mit denen wir heute konfrontiert sind. Im Gegensatz zu früher leben wir heutzutage in materiellem Überfluss.
Weihnachten ist nicht nur das Fest der vielen Geschenke, sondern des Lichts, der Freude und Entspannung. Sehr früh schon im November leuchten uns in den Ortschaften Lichterketten und grell erleuchtete Weihnachtslandschaften mit Christbäumen und Dekorationen entgegen. Weinachten hat sich immer mehr zum weltlichen Geschäft gewandelt. Der religiöse Aspekt ist für einige Menschen immer mehr in den Hintergrund getreten.
Viele von uns sehnen sich jedoch in diesen Wochen nach Ruhe, Entspannung, nach Kerzenlicht und heimeliger Stimmung. Wir freuen uns auf Begegnungen mit Freunden und Mitmenschen, denen wir schon länger nicht mehr begegnet sind, und wir freuen uns darauf, dass wir uns gegenseitig auszutauschen dürfen. Während diesen Festtagen versuchen wir unsere täglichen Alltagsbelastungen, unseren Stress und unsere Erwartungen und Ängste abzubauen, die manchmal im Hintergrund unserer Seele schlummern. Es ist bekannt, dass seit geraumer Zeit wieder Gemeinschafts-Tische ein Comeback feiern. Für die Generation Z sind Begegnungen an Weihnachten der perfekte Ort, um echte soziale Kontakte zu knüpfen, um neue Menschen kennenzulernen.
Für uns Erwachsene wird mit Weihnachten zudem das Ende eines Jahres eingeläutet und damit verbunden auch der Blick auf das Vergangene und das Kommende. Was hat sich in diesem Jahr ergeben, was wird sich im neuen Jahr ereignen? Die Weihnachtszeit bedeutet eine Zäsur und einen Übergang in die Zukunft. Wir denken zurück an das Gewesene und an das, was noch kommen mag.
Übermässige Erwartungen an diesem Fest können zu Enttäuschungen führen. Es entstehen nicht selten Spannungen innerhalb der Familie. Um uns vor möglichen Enttäuschungen zu schützen, kann es jedoch vorteilhaft sein, wenn wir uns in der Familie und unter Freunden gegenseitig absprechen, wie wir diese Zeit gestalten wollen. Wir sehnen uns danach, uns in einer friedvollen Umgebung wohlzufühlen. Dabei lassen wir uns in der Weihnachtszeit innerlich und äusserlich überraschen und freuen uns auf ein entspanntes und gemütliches Beisammensein.
Allen wünsche ich eine angenehme, friedvolle Weihnachtszeit und eine gute Zeitenwende.
Thomas Grünwald, Mitglied Vorstand VASOS