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Ein Traum kann wahr werden

Ausgabe: 10-2021 Datum: 30.10.2021

Thema: Gesundheit, Wohnen im Alter & Mobilität

Gesund und selbständig im eigenen Zuhause alt werden – das ist mehr als ein Traum


Gesundheit und Autonomie im Alter lässt sich mit wirksamen Massnahmen tatsächlich bei vielen bis ins hohe Alter erhalten.

Für die Förderung der eigenen Gesundheit sei es nie zu spät, schreibt die Stiftung Gesundheitsförderung in ihrem neusten Bericht. Deren positive Wirkung sei wissenschaftlich belegt, sie helfe körperliche, und psychische Erkrankungen zu vermeiden, Heimeinweisungen hinauszuzögern und Unterstützungs- und Pflegebedürftigkeit zu verringern. Auch aus volkwirtschaftlicher Sicht werde Gesundheitsförderung im Alter immer wichtiger.

Tatsächlich bedeuten ältere Menschen eine wertvolle Ressource. Viele stellen ihre Erfahrung, ihre Kompetenz und ihr Wissen in den Dienst der Gemeinschaft, im Bereich der Freiwilligenarbeit sind sie schon gar nicht mehr wegzudenken. Indem sie beispielsweise ihre Enkel hüten, entlasten sie junge Familien und helfen damit auch der Wirtschaft mit dem Problem des Fachkräftemangels zurecht zu kommen. Durch die Betreuung und Pflege hilfsbedürftiger Angehöriger leisten sie, einem offiziellen Bericht zufolge, einen unverzichtbaren Einsatz, der einem Geldwert von schätzungsweise mehreren Milliarden Franken pro Jahr entspricht.

So sehr ich mich darüber freue, dass die Leistung der Älteren jetzt endlich die ihnen gebührende Wertschätzung erfährt, stosse ich mich an solchen Rechnereien. Aber offenbar braucht es das, um die Gesundheitsförderung im Alter endlich auf die politische Agenda zu bringen. Dabei weiss man längst, dass gezielte Übungen zum Kräfteerhalt die Hilfsbedürftigkeit im Alltag um bis zu 50% reduzieren und auch das Risiko an Demenz zu erkranken vermindern können. Dass eine ausgewogene Ernährung der Infektanfälligkeit und Erkrankungen aller Art entgegenwirkt, ist ebenfalls hinlänglich bekannt. Dennoch hat die nationale Politik die gesetzliche Verankerung einer Präventionsstrategie bis heute abgelehnt. Ob man dies als eine Form der Altersdiskriminierung bezeichnen kann, bleibe dahingestellt, fakt ist einfach, dass Gesundheitsförderung und Prävention sich lohnen würden, so-wohl für die betroffenen älteren Menschen als auch für die Volkswirtschaft insgesamt. Verschiedene Studien belegen, dass jährliche Einsparungen von 10 Milliarden Franken erreichbar wären, wenn die Zahl der Lebensjahre in Autonomie und Gesundheit im Alter erhöht würden. Wozu also noch länger zuwarten?

Bea Heim, Präsidentin VASOS FARES

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